Seltene Wildbienen in niederösterreichischen Sandlebensräumen

25 Okt 2018

Das von ARCOTEL im Zuge der Aktion „Give Bees A Chance“ finanzierte und vom Naturhistorischen Museum Wien durchgeführte Projekt über die Wildbienenfauna der Flugsandgebiete im östlichen Weinviertel ist seit Frühling dieses Jahres bereits voll im Gang.

Wien, 25. Oktober 2018 – Das von ARCOTEL im Zuge der Aktion „Give Bees A Chance“ finanzierte und vom Naturhistorischen Museum Wien durchgeführte Projekt über die Wildbienenfauna der Flugsandgebiete im östlichen Weinviertel ist seit Frühling dieses Jahres bereits voll im Gang.

"Pannonische Sanddünen" zählen in Österreich zu den am stärksten gefährdeten Habitaten und beherbergen eine einzigartige Bienenfauna. Untersucht werden die Naturschutzgebiete Sandberge Oberweiden, Erdpresshöhe bei Lassee, Sandberge bei Drösing und Weikendorfer Remise. Im Mittelpunkt der Evaluierung stehen Flugsandspezialisten, von denen viele in Österreich am Rande des Aussterbens stehen oder als stark gefährdet gelten.

Bildunterschrift: Ein Männchen der Kleinen Filzfurchenbiene, die in Österreich nach vielen Jahrzehnten wieder gefunden werden konnte. Foto: Heinz Wiesbauer

Ziel ist es festzustellen, ob sich die Bienenfauna in den letzten Jahrzehnten qualitativ oder quantitativ verändert hat, inwiefern sich der Klimawandel auf die Artenzusammensetzung auswirkt und welchen Effekt durchgeführte Naturschutzmaßnahmen zeigen. Als Referenz dient eine Untersuchung der gleichen Standorte vor 21 Jahren.

Obwohl sich die Standorte in den letzten zwei Jahrzehnten sehr woh l verändert haben, konnten einige seltene, auf Sandlebensräume spezialisierte Wildbienenarten bereits im ersten Projektjahr erneut belegt werden. Als Beispiel sei hier die Große Sandgängerbiene (Ammobates punctatus) angeführt. Diese Art zählt zu den Brutparasiten oder Kucksbienen – ein häufiges Phänomen in der Welt der Wildbienen – das heißt, sie baut selbst kein Nest, sondern schmuggelt ihre Eier in die Brutzellen einer anderen Bienenart, in diesem Fall der Dünen Pelzbiene (Anthophora bimaculata). Auch letztgenannte ist auf Sandlebensräume spezialisiert und konnte in großer Zahl nachgewiesen werden.

Sensationell ist der Fund der in Österreich bereits seit Jahrzehnten als verschollen gegoltenen Kleinen Filzfurchenbiene (Halictus tectus), bei der es sich um eine eurasische Steppenart handelt.

Im weiteren Verlauf des Projekts wird das aktuelle Artenspektrum der auf den Flugsandgebieten vorkommenden Wildbienen noch genauer evaluiert und mit den Daten der Untersuchung aus dem Jahr 1997 verglichen. Zum jetztigen Zeitpunkt lässt sich auf jeden Fall sagen, dass die untersuchten Flächen nach wie vor eine bemerkenswerte Wildbienenfauna beherbergen, unter ihnen einige in Österreich sehr seltene oder sogar als verschollen gegoltene Arten.

 

Referenz: Wiesbauer, H. & Mazzucco, K. (1997): Dünen in Niederösterreich. Ökologie und Kulturgeschichte eines bemerkenswerten Landschaftselementes. – Fachberichte des NÖ Landschaftsfonds Nr. 6/97: St. Pölten, 90 pp.

Ansprechperson:

Dr. Dominique Zimmermann, Naturhistorisches Museum Wien
 

 

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